Auf der Spur der antiken Druiden
Die Bedeutung des Wortes Druide
Wie sich die keltischen Druiden selber nannten ist schlicht weg unbekannt.
Der römische Autor Pinius war es der über weiß gewandete Druiden
berichtete die mit goldenen Sicheln Misteln von Eichen schnitten. Ihn
zufolgen waren den Druiden die Eichen heilig, deshalb leitete er das Wort
Druide von drys dem griechischen Wort für Eiche ab. Also Druide gleich
Eichenmann. Doch warum sollten sich keltische Priester nach einem
griechischen Wort benennen?
Wahrscheinlicher ist es das sich das Wort Druide vom irischen druid
ableitet.
Jean Markale schreibt in seinem Standartwerk „Die Druiden“ das dass Wort
Druide auf das keltischen Wort Druwides zurückgeht.
Der erste Teil dru ist ein heute französisches Adjektiv welches dicht,
kräftig, prall und viel bedeutet. Der zweite Teil wides, leitet er von
indogermanischen Wortwurzeln ab. Wid/weid oder lateinisch videre (sehen
oder wissen).
So wäre ein Druide also ein „sehender und viel wissender“ Mann.
Einfach gesagt. Druide bedeute wahrscheinlich nichts anderes als
„Gelehrter“ der keltischen Gesellschaft.
Die ersten Druiden
Wann die ersten Druiden auftauchten oder wo und wie ihr Ursprung begründet
ist, ist nicht mehr nachzuvollziehen.
Mit Hilfe der antiken Autoren können wir aber sagen das bereits Pythagoras
(570-500 v. Chr.) die Druiden kannte, bzw. Kontakt zu ihnen hatte.
Hier rüber bericht der antike Autor Timagenes im ersten Jahr. v. Chr.
Hinweise auf eine reale Existenz von Druiden und ihrer Stellung in der
keltischen Gesellschaft gibt es leider vor dieser Zeit nicht.
Anzunehmen ist das sich das Druidentum mit seinen uns heute bekannten
antiken Druiden aus den Schamanen und Priestern der vorkeltischen Völker
entwickelten. Doch genau läst sich das nicht sagen, auch kann man nur
darüber spekulieren wann dieses so vielleicht geschehen ist.
Wage Hinweise auf die Erstehung der druidischen Lehren gibt uns erst Cäsar
in der spät keltischen La Téne Zeit.
In seinem Buch Bello Gallicum schreibt er:
„Es wird geglaubt, dass sich die Lehre der Druiden in Britannien
entwickelt hat und später nach Gallien kam, So das heute noch jeder der
diese Lehren erlehnen will nach Britannien reisen muss.“ Weiter schreibt
er in den Abschnitten 13-14 im sechsten Buch des Bello Gallicum:
„Den Druiden obliegen die Angelegenheiten des Kultes, sie richten
öffentliche und private Opferungen aus, sie interpretieren religiöse
Vorschriften und unterrichten die Jungen. In der gallischen Gesellschaft
sind sie hoch angesehen. Denn sie regeln in der Regel alle staatlichen und
privaten Streitigkeiten. Sie sind es die Recht sprechen dürfen und setzten
Belohnungen und Strafen fest. Auch erörtern sie die Bahnen der Gestirne
und die Größe der Welt, über die Natur und die Macht und Gewalt der
unsterblichen Götter.“
Cäsar wies also den Druiden die Stellung der Priester, Richter, Heiler und
Naturbeobachter zu.
Andere antike Autoren sahen die Druiden anders. So unterteilten Strabon
und Diodor die Druiden in Barden, Vaten und Druiden.
Die Barden so schreibt Diodor seien die Musiker, welche Lob- oder
Spottlieder sangen, Gedichte verfassten, Hymnen sangen und Reden hielten.
Auch sollen sie als Richter tätig gewesen sein.
Die Vaten so schreibt er weiter seinen die Hellseher und mit privaten und
öffentlichen Opferungen beschäftigt.
Die Vaten waren so in der Lage großen Einfluss auf die Bevölkerung zu
nehmen. Ihre Weissagungen lasen sie aus den Eingeweiden von Opfertieren,
Vogelflügen und anderen Beobachtungen in der Natur.
In seinen Ausführungen über Druiden schreibt er weiter, dass diese die
Mittler zwischen den Göttern und Menschen waren, sie überwachten die
Opferungen und waren Theologen und Philosophen.
Strabon schreibt ähnliches über die Druiden.
Wir haben also verschiedene antike Autoren die zu verschieden Zeiten über
die Druiden berichteten:
Cäsar:
Druiden
Religion/Priester, Opferungen, Rechtsprechung, Lehrer, Hüter der Kultur,
Naturbeobachter und Wissenschaftler.
Diodor:
Druiden – Religion/Theologen Philosophen
Barden – Hymnen, Lobreden, Satiren, Richter
Vaten – Hellseher, Wahrsager, Opferungen
Strabon:
Druiden – Naturbeobachter, und Wissenschaftler, Philosoph, Recht
Barde – Gesang und Poesie
Vaten – Opferungen, Interpretationen von Naturerscheinungen
Heutige Autoren wie Vollmer (Mythologie aller Volker) nehmen eine
hierarchische Einteilung vor.
Hiernach waren die Barden der unterste Rang. Während die Vaten eine art
Vermittler zwischen Volk und Druiden darstellten.
Ähnlich wie die Einteilung bei Markales irischen Filidh ist diese
hierarchische Einteilung nicht belegt und auch umstritten.
Belegbar ist allerdings das es eine Hierarchie bei den Druiden gab. So
schreibt Cäsar:
„An der Spitze der Druiden steht ein Mann, der den höchsten Einfluss unter
ihnen genießt, stirbt er so folgt ihm entweder der welcher am höchsten
angesehen ist oder es wird aus mehreren einer erwählt.“
Ausbildung der Druiden.
Auch hier ist es Cäsar der im Bello Gallicum darüber schreibt.
„Die Druiden zahlen keine Steuern, nehmen nicht am Krieg teil oder leisten
Kriegsdienst. Diese großen Vergünstigungen veranlassen viele sich aus
freien Stücken in ihre Lehren einweihen zu lassen. Wie es heist lernen sie
dort eine große Anzahl an Versen auswendig. Daher bleiben einige bis zu 20
Jahre lang im Unterricht. Sie halten es für Frevel, diese Verse
aufzuschreiben, während sie in fast allen übrigen Dingen im öffentlichen
und privaten Bereich die griechische Schrift benutzen. Wie mir scheint,
haben das aus zwei Gründen so geregelt. Einmal wollen sie nicht das Ihre
Lehre allgemein bekannt wird und zum anderen wollen sie ihr Gedächtnis
üben. (De Bello Gallicum VI 14)“
Trotz des großen Interesse der jungen Kelten Druide zu werden, die Gründen
waren wohl eher weltlicher Natur als spiritueller da man z.B. Vorteile wie
Steuerfreiheit genoss.